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Ihr Talk im Netz – Livestreaming oder App?

Das Meeting via Zoom, Google Meets, Hangout, GoToMeet, Skype oder einen anderen der vielen Videokonferenz-Anbieter, ist durch die Corona-Krise für viele Teams plötzlich zur Selbstverständlichkeit geworden. Da stellt sich die Frage: Können wir solche Konferenzen nicht auch ins Internet übertragen? Und zum Event machen für unsere Kunden, Stakeholder oder Mitarbeitenden?

Wir diskutieren neuerdings ja fast alle ständig miteinander per Videochat über unsere heimischen Rechner. Wir senden quasi live aus dem Homeoffice und eine App übernimmt die Regie und führt die verschiedenen Schalten zusammen. Das ist einfach eine super Sache und oft denken sich die Leute „Warum haben wir das nicht früher viel öfter gemacht?“ Auch in den Nachrichten werden Gesprächspartner plötzlich – mit unterschiedlicher Qualität – immer häufiger über solche Tools von Zuhause oder aus dem Büro zugeschaltet.

Robert Kellys Kinder

Manchmal werden beim Schalten aus dem Homeoffice unfreiwillige Einblicke in das Privatleben gegeben. Die Entfernung bringt Kollegen derzeit aber oft sogar näher. Weil man plötzlich weiß, wie jemand wohnt und oft Kinder oder Haustiere kennenlernt. Im professionellen Zusammenhang wünscht man sich dagegen manchmal, jemand hätte dem Schaltgast gesagt, er solle vorher in den Spiegel gucken, ein bisschen aufräumen oder ein Buch unter sein Laptop legen…

Richard Kellys Kinder

Virtuelle Meetings live senden

Wenn man nicht gerade ein Fernsehsender ist, stellt sich die Frage, wie virtuelle Meetings und Interviews für die Öffentlichkeit oder eine breite Zielgruppe verfügbar gemacht werden können. Und anders als beim Fernsehen sollen meist auch noch die ZuschauerInnen mit einbezogen werden können, damit daraus ein interaktives Format wird. Darüber hinaus soll das Ganze natürlich gut aussehen, sich gut anhören, es soll live sein und es darf keine technischen Aussetzer geben. Auch der Datenschutz muss oft beachtet werden.

Hybride Tools

Die meisten Tools für Video-Konferenzen sind mittlerweile auch darauf ausgelegt, dass externe Teilnehmende zuschauen können oder die Konferenzen sogar auf verschiedene Plattformen gestreamt werden. Die Grenzen zwischen Videokonferenz und Livestreaming verschwimmen also zunehmend.

Eine sichere und professionell anmutende Durchführung eines live gestreamten Meetings über Videokonferenz-Anbieter stellt immer noch eine kleine organisatorische und technische Herausforderung dar.  Die Erfahrung der letzten Wochen hat gezeigt, dass gerade Konferenzen mit mehreren Teilnehmenden wegen des hohen Aufkommens oft gar nicht zustande kommen, zusammenbrechen oder von schlechter Qualität sind. Wenn die Qualität nicht stimmt, ist die Abbruchquote bei den Zuschauenden natürlich ebenfalls hoch.

Unsere Lösung: Virtuelle Talkshow

Wir haben in den vergangenen Tagen deshalb eine Lösung für eine virtuelle Talkshow entwickelt: Gesprächspartner oder Referenten werden über ein Videokonferenz-Tool zugeschaltet. Das können zwei Personen sein oder auch zehn. Die „Sendezentrale“ ist unser Studio, sie kann theoretisch aber überall hin verlegt werden. In der Sendezentrale sitzt auch unsere Regie. Über Anweisungen der Regie in unserem Studio richten sich die aktiv Teilnehmenden vor Konferenzbeginn so ein, dass das Bild gut aussieht, dass sie gut zu sehen und zu hören sind. Ist das Event im Vorfeld gut planbar, haben die Teilnehmenden von uns zuvor ein Toolkit zugestellt bekommen, mit einem Mikrofon und einem kleinen LED-Licht.

Für die Live-Übertragung werden die verschiedenen Signale, also die Bilder der einzelnen Personen an verschiedenen Orten, von unserer Regie gemischt. Wie bei einer Talkshow wird immer die Person groß im Bild gezeigt, die gerade spricht, oder ein Bild, in dem eine weitere oder mehrere Personen zu sehen sind. Darüber hinaus können grafische Elemente eingeblendet werden, z.B. die Namen und Funktionen der Teilnehmenden, sowie Charts oder Fotos, Präsentationen oder Einspielfilme. Dieses gemischte Bild wird über einen sogenannten Embedcode als Livestream ausgegeben. Die Übertragung kann zeitgleich auf verschiedene Plattformen erfolgen, etwa die eigene Webseite, Youtube oder Vimeo. In unserer Lösung verschmelzen Videokonferenz und Livestream als auch Bild- und Ablaufregie.

Chat für Teilnehmende

Die Zuschauer selbst sind nicht zu sehen. Für sie wird bei Bedarf eine Chat-Funktion freigegeben. Die Fragen und Kommentare können im Bild zu sehen sein oder auch nicht. Auch Umfragen sind möglich. Je nach erwartetem Aufkommen kann es sinnvoll sein, dass eine Person hinter den Kulissen das Zuschauer-Feedback gebündelt an die Diskussionsrunde, die einzelnen Teilnehmenden oder den Moderator/die Moderatorin weiterleitet. ๋

Darüber hinaus kann der Moderator/die Moderatorin bei uns im Studio sitzen. So bleibt das Event nicht nur maximal unter Kontrolle, sondern das mit der Studiokamera aufgezeichnete Bild ist zudem von hoher Qualität.  

Dieses Setup ist geeignet für

  1. Talkrunden (öffentliche oder halböffentlich)
  2. Präsentationen
  3. Pressekonferenzen
  4. Mitarbeiterversammlungen
  5. Incentive-Veranstaltungen
  6. Mitgliederversammlungen
  7. Hauptversammlungen

Video-Conference-Tools vs. Livestreaming

TeilnehmerInnen-Limit: Konferenztools eignen sich hervorragend für Online-Besprechungen kleiner Gruppen. Für ein größeres Publikum sind sie jedoch nur bedingt geeignet. So haben viele Plattformen ein Limit von gleichzeitigen Teilnehmenden und Zuschauenden.

App-Vielfalt: Ein weiterer Nachteil: Die Zuschauenden müssen sich bei vielen Anbietern eine entsprechende App oder Software herunterladen, benötigen einen bestimmten Browser, müssen sich telefonisch einwählen usw. Das kann verwirrend und zeitaufwändig sein. Bei einem Livestream benötigen Ihre Teilnehmer lediglich einen URL-Link und können von jedem Gerät aus an Ihrem Live-Event teilnehmen, egal wo sie sich befinden oder welches Gerät sie nutzen.

Aufzeichnung: Einige Tools wie GotoMeeting, WebEx oder Adobe Connect bieten die Aufzeichnung des Events an, die meisten sind jedoch nicht für eine langfristige Speicherung und Verwaltung von Inhalten konzipiert.

Bild-in-Bild & Grafik-Einbindung: Die verschiedenen Plattformen bieten zudem nur begrenzt Möglichkeiten, Grafiken, Videos oder Bilder einzufügen. Auch die Bild-in-Bild-Darstellung ist meist nicht möglich und nicht durch den Nutzer zu steuern. Hier ist Künstliche Intelligenz am Werk, die meist super funktioniert, solange sich Menschen nicht ins Wort fallen oder sonstige Geräusche von sich geben.

Bandbreite & Auflösung: Zur Optimierung der Bandbreite und um die Übertragung in Echtzeit zu ermöglichen, vermindern Konferenztools häufig die Bild- und Audioqualität. Konferenztools bieten meist eine Auflösung von 640 × 480, während ein Livestream bis zu 1080p unterstützt.

Aufwand: Ein Livestreaming benötigt im Vorfeld meist mehr Vorbereitung und Tests als eine einfache Videokonferenz.

Videokonferenz-Tool oder Livestreaming?

Videokonferenz-Tools sind geeignet, wenn Sie ein Gespräch mit einer begrenzten Anzahl von Personen ohne Audio- oder Videoverzögerung übertragen möchten. Wenn Sie keine Grafiken oder andere Elemente hinzufügen wollen und nicht selbst „Regie führen“ möchten.

Livestreaming ist für Sie geeignet, wenn Sie eine vielseitige Lösung für ein größeres Publikum und einen ansprechenden und überzeugenden Auftritt suchen. Beim Livestreaming können Sie auch Umfragen, Chats und andere Tools nutzen und Ihr Publikum in Echtzeit einbeziehen.

Derzeit sind Videokonferenzen – ob live gestreamt oder nicht – ein Hilfsmittel, weil wir Zuhause bleiben müssen, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen. Doch auch wenn die Bewegungs- und Versammlungsfreiheit nicht mehr eingeschränkt ist, können sie eine sinnvolle und umweltfreundliche Möglichkeit des Austauschs sein. Es sind fast immer Krisen oder Probleme, die zu Innovationen und neuen Lösungen beitragen. Auch wir werden in Zukunft vermutlich öfter darüber nachdenken, ob wir für jedes Interview weite Fahrten unternehmen, oder ob nicht eine Remote-Aufzeichnung in Frage kommt.