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Socialmedia Videos – Die perfekte Länge

Emotional sollen Videos sein. Unterhaltsam. Vor allem aber: Kurz. Ansonsten heißt es, wird ein Video nicht angeschaut, oder nur zur Hälfte. Denn die Aufmerksamkeitsspanne der Menschen ist angeblich auf ein Rekordtief gesunken. Unter die eines Goldfischs. Was ist die Länge, mit der ein Video im Aufmerksamkeits-Wettbewerb bestehen kann? Eine Minute? 30 Sekunden? Oder doch drei Minuten?

Im Jahr 2017 saßen Personen ab drei Jahren durchschnittlich 221 Minuten vor einer Glotze und haben Videos geschaut. (Quelle: Statista) In der Altersgruppe 50+ waren es im Durchschnitt sogar 316 Minuten. Zugleich sind kurze Filme immer kürzer geworden. Das erscheint paradox.

Heute gilt vielen als Faustregel: Ein Webvideo darf auf keinen Fall länger als zwei Minuten sein. 90 Sekunden gelten als ideal. Das wird oft begründet mit den Abbruchraten, wenn Leute Filme schauen oder wie viele Klicks ein Video erzielt, dass über oder unter dieser psychologisch als wichtig betrachteten 2:00 Minuten-Schwelle liegt.

 

Aufmerksamkeitsspanne eines Goldfischs

Sie haben  es bis hierhin geschafft zu lesen? Dann sind Sie wohl ein Ausnahme-Exemplar. Denn die allgemeine Aufmerksamkeitsspanne heißt es, ist beim Menschen mittlerweile geringer als bei einem Goldfisch. So hatte Mitte 2015 eine Studie von Microsoft Kanada herausgefunden, dass Menschen mittlerweile nur noch acht Sekunden bei einer Sache bleiben können (im Jahr 2000 waren es noch 12 Sekunden), wogegen ein Goldfisch 9 Sekunden (oder eine Runde im Goldfischglas) fokussiert bleibe. Wir halten es grundsätzlich für Quatsch, Menschen mit Goldfischen zu vergleichen; aber Fakt ist: Immer mehr Informationen konkurrieren um die Aufmerksamkeit der Empfänger*innen und diese geizen mit ihrer Zeit. Wir alle entscheiden  permanent: In welche Information investiere ich meine Lebenszeit?

Ob Fernsehen oder Internet: Videos werden immer kürzer

In Nachrichtensendungen sind Beiträge zu Topmeldungen heute meist nicht länger als 1:10 Minute, noch in den 90er Jahren waren ca. 2:00 Minuten üblich. Als erfolgversprechend gilt im Info-Segment eine hohe Beitragszahl mit besonders kurzen Beitragslängen und sehr hoher Schnittfrequenz.

Ähnliches gilt auch für Imagefilme und all das, was im weitesten Sinne unter „Imagefilm“ fällt und meist im Internet Verbreitung findet. Insbesondere natürlich in Social Media wie Youtube, Facebook und Co. Hier gilt als Faustregel immer: Je kürzer, desto besser.

Die mit der günstigeren Produktionstechnik in den 90er Jahren aufgekommenen Imagefilme waren aus heutiger Sicht oft unvorstellbare fünf bis zehn Minuten lang. Die zu Zeiten des Wirtschaftswunders ab den 1950er Jahren sehr beliebten Industriefilme hatten sogar oft die Länge von Dokumentarfilmen (und standen diesen auch in gestalterischer Hinsicht meist nicht nach). Heute gilt es oft als nachgerade unprofessionell, Unternehmensfilme von mehr als 2:00 Minuten Länge zu produzieren.

Die perfekte Länge für Socialmedia

Die perfekte Länge für ein Webvideo gibt es leider nicht. Sonst würden wir sekundengenau immer genau diese Länge einhalten. Auch die Youtube-Influencer wären ganz sicher nicht erfolgreich, mit ihren oft über viele Minuten ausschweifenden Plaudereien aus ihrem Leben, den langwierigen  Schminktipps oder oft sehr ausführlichen Erläuterungen ihrer Sportmoves. Für jemanden, den das nicht interessiert, ist das langweilig. Für eine bereits existente Fangemeinde oder eine gut definierte, bekannte Zielgruppe  ist das hochspannend. Für diese funktionieren  durchaus längere Videos. Sogar Längen von über zehn Minuten.

Wenn es nur die eine perfekte Länge gäbe, hätten auch Youtube und Facebook längst eine Beschränkung der maximalen Upload-Länge eingeführt und würden ihre Server nicht mit bis zu elf Stunden (Youtube) bzw. zwei Stunden (Facebook) langen Filmen belasten.

Die richtige Länge für die Zielgruppe

Insofern sollte man sich gut überlegen, wen der jeweilige Film erreichen soll. Eine allgemeine Öffentlichkeit, bei der erst Interesse geweckt werden soll? Die an oberflächlichen Informationen interessiert ist? Diese wird man sicher eher mit einem kurzen Format erreichen. Je kürzer desto besser. Oder Menschen, die gezielt etwas mehr über etwas erfahren möchten, über das sie bereits ein bisschen Bescheid wissen und ihr Wissen gerne vertiefen wollen? Für diese Zielgruppe sind 30 Sekunden Schnipsel herzlich uninteressant.

Stellen Sie sich vor: Sie haben ein drängendes, womöglich besonderes Problem. Z.B. eine Krankheit. Dann möchten Sie vermutlich so viel wie möglich darüber erfahren. Ausführliche Informationen z.B. von Ärzten und anderen Betroffenen langweilen Sie dann nicht.  Ist jemand aus dem entfernteren Umfeld von diesem Problem oder der Erkrankung betroffen, sind Sie vermutlich nur an einem schnellen Überblick interessiert.

Guter Film = Angemessene Länge

Ein guter Film hat etwas zu erzählen und tut das in der richtigen Länge. Er ist so gestaltet, dass der Betrachter ihn gerne von Anfang bis Ende schaut. Wenn der Betrachter den Film abbricht, ist er entweder im für ihn falschen Film – zum Beispiel, weil der Inhalt ihn gar nicht so sehr interessiert – oder der Film ist nicht gut gemacht. Der Zuschauer langweilt sich z.B., obwohl ihn das Thema interessiert. Jeder kennt es, wenn ein Spannungsbogen nicht funktioniert, sei es bei Filmen, Büchern, Vorträgen oder Zeitungsberichten. Dann steigt man aus, oder hält trotz gewisser „Längen“ einfach durch.

60 Sekunden sind nicht eine Minute

Nicht die Minuten oder Sekundenzahl ist entscheidend dafür, ob ein Film zu lang ist. Wenn ein Film gut gemacht ist, schaut niemand, wie viele Sekunden er noch bis zu seinem Ende durchhalten muss. Egal ob man selbst erkrankt ist oder nur ein Nachbar. Auch wir als Filmemacher sind oft überrascht, wenn wir nach dem Betrachten die totale Filmlänge erfahren.

Ein guter Film hat eine kürzere gefühlte Länge. Bei einem langweiligen Film ziehen sich die Sekunden dagegen manchmal wie Kaugummi.  Gefühlt lange Filme haben oft Redundanzen, Aussagen doppeln sich oder was im Bild gezeigt wird, wird auch im Ton gesagt. Ein guter Film hat dagegen auch Mut zur Lücke. Am besten endet er wie ein gutes Buch. Fast zu schnell. Das kann nach zwei Minuten sein oder nach zehn Minuten oder sogar 60 Minuten. Deswegen vertrauen wir  lieber einem Gefühl  als einer Stoppuhr.

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