Warum NPO Filme brauchen …und dennoch keine machen
16. April 2018
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Youtube nutzen – aber richtig!

Meistens werden Videos produziert, damit möglichst viele Menschen sie sehen. Und das gelingt manchmal ausgezeichnet und manchmal erstaunlicherweise auch überhaupt nicht. Das hängt nicht zwangsläufig von der Qualität des Videos ab, sondern auch davon, ob man es richtig einstellt.

Oft haben wirklich billig und schlecht gemachte Videos Millionen von Klicks. Und dann stößt man aber auch immer wieder auf wirklich tolle Videos, die auch nach Monaten oder gar Jahren nur eine Handvoll Zuschauer gefunden haben. Dieses Schicksal erleiden leider viel zu viele Videos, gerade auch von Nonprofit-Organisationen. Soll mit dem jeweiligen Video nur eine sehr begrenzte Zielgruppe erreicht werden, ist das nicht schlimm. Doch ist Quantität der Zuschauer das vorrangige Ziel und wird der Erfolg vor allem in Youtube-Klicks gemessen, bedeutet die Video-Produktion bei schlechten Viewerzahlen einen erschreckend schlechten Return on Invest.  Dem sollte man entgegensteuern, mit guten Videos und Sorgfalt beim Hochladen.

Aufmerksamkeit – die Währung im Internet

Wer viele Youtube-Aufrufe erzielen möchte, begibt sich in harte Konkurrenz und muss sich der Tatsache stellen, dass im Internet Aufmerksamkeit das höchste Gut ist. Aufmerksamkeit ist fast so schwer zu bekommen wie Spenden.

Gemeinnützige Organisationen konkurrieren letztlich gegen Katzen- und Musikvideos, Schminktipps, lustige Missgeschicke, Werbeclips, Livestreams oder DIY-Anleitungen. Wie ein Video ankommt, hängt vor allem von seinem Unterhaltungswert ab und welchen Gewinn es den Nutzerinnen und Nutzern bringt. Man muss die Leute emotional packen. Sie müssen lachen, weinen oder zum Nachdenken gebracht werden. Ein Video das gefällt, eindrücklich ist und den Nutzen des Betrachters miteinbezieht, macht es sehr viel wahrscheinlicher, dass der Zuschauer mehr wissen möchte und die Webseite der Organisation oder die Landingpage einer Kampagne besucht.

Doch der Erfolg des Videos hängt nicht nur von seinem Thema, seinem Inhalt und seiner Machart ab. Entscheidend ist auch die Art der Verbreitung. Hier sollte man Sorgfalt walten lassen und einige wichtige Dinge beim Hochladen in Youtube beachten.

Ein erfolgreiches Video muss gesehen werden!

Ein erfolgreiches Video muss gesehen werden! Und damit es gesehen wird, muss man es richtig platzieren. Eine Möglichkeit ist, es kostenpflichtig zu bewerben oder als Werbung vor erfolgreiche Videos schalten. Doch es geht auch anders.

Quelle: pixabay

Youtube ist die zweitgrößte Suchmaschine der Welt (direkt nach Google). Aber: Youtube kann anders als Google den gesprochenen Text der Videos nicht lesen und verarbeiten. Das heißt: Die Suchmaschine ist auf Textinformationen angewiesen. Du musst beim Hochladen des Videos in der Beschreibung berücksichtigen, wonach Dein Publikum sucht. Nur mit den richtigen Schlüsselworten kann das Video zielgerechtet gefunden und angesehen werden. Nur mit den richtigen Schlüsselworten wird Youtube das Video in der Rubrik „ähnliche Videos“ empfehlen.

Mehr Klicks ohne Zusatzkosten für Werbung

Wir haben ein paar Tipps zusammengestellt, wie Du den Erfolg von Videos auf Youtube beeinflussen kannst:

  1. Youtube-Kanal: Richte einen Youtube-Kanal für Deine Organisation ein, sofern sie noch keinen hat. Verlinke es auf keinen Fall auf den Kanal der Filmproduktion. (Auch wenn es uns natürlich freut, wenn viele Menschen auf unseren Kanal kommen…)
  2. Aktuelles zuerst: Stelle das Video auf die Startseite. Überzeuge Dich nach dem Hochladen, dass Dein Video auf der Startseite angezeigt wird. Es sollte immer das aktuellste Video oben stehen. Dadurch bekommt es die größte Aufmerksamkeit des Nutzers.
  3. Thumbnail: Wähle unbedingt ein gutes Thumbnail. (Thumbnails sind die Bildchen, die man bei der Suche in der Vorschau sieht). Das automatisch von YouTube erzeugte Bild ist oft langweilig und motiviert den Nutzer nicht, das Video anzuklicken. Ein eigenes Thumbnail kannst Du ganz einfach mit der Bildschirmfoto-Funktion des Computers generieren. Suche Dir im Video, das aussagekräftigste, emotional ansprechendste Bild, mache davon ein Bildschirmfoto und lade es in die Videoeinstellungen hoch. (Manchmal laden Leute auch Bilder hoch, die gar nicht im Video vorkommen. Das soll Interesse wecken, sorgt aber nicht selten eher für Unmut, weil sich Betrachter getäuscht fühlen.)
  4. Technische Qualität: Lade Deine Videos immer in der höchsten Auflösung hoch. Nur so sieht es auch im Vollbild-Modus richtig gut aus. Steht dem Betrachtendem keine gute Internetverbindung zur Verfügung, wird das Video von Youtube beim Abspielen automatisch klein gerechnet.
  5. Titel: Überlege Dir einen prägnanten Titel. Was wird Deine Zielgruppe motivieren, das Video anzuklicken? Der Titel sollte das Video nicht beschreiben, sondern auf den Punkt bringen, worum es geht. Einen guten Titel zu finden ist nicht leicht, lohnt sichaber. Beim Titel entscheidet sich im Bruchteil einer Sekunde, ob der potentielle Betrachter auf das Video klickt oder die Beschreibung liest. Eine gute Inspirationsquelle für die Titelfindung sind Zeitungs- und Magazinschlagzeilen. Auch Wortspiele erregen Aufmerksamkeit. Der Titel sollte möglichst kurz sein, damit er in der Anzeige bei der Suche nicht abgeschnitten wird.
  6. Keywords: Wähle Keywords, die gut für SEO, also die Suchmaschinenoptimierung sind. YouTube ist eine Suchmaschine und wird als solche genutzt. Das solltest Du Dir zunutze machen. Überlege, wonach Deine Zielgruppe sucht. Diese Keywords sollten im Text enthalten sein. Die richtigen Keywords sind auch die Grundlage um von Youtube unter „ähnliche Videos“ empfohlen zu werden.
  7. Kategorie: Wähle unter den angebotenen Kategorien die richtige aus.
  8. Videobeschreibung: Schreibe eine gute Beschreibung. Sie sollte eine Einleitung für das Video sein und Teil des Storyellings. Auf keinen Fall soll die Beschreibung eine Art Inhaltsangabe sein! Die Beschreibung ist also eine Art Anmoderation, wie man sie vom Fernsehen kennt. Lies Dir den Text laut vor, dabei wirst Du merken, ob er gut verständlich und ansprechend ist.
  9. Youtube für Nonprofits: Nutze die Vorteile des Youtube-Programms für Nonprofits. Besonders interessant sind die Video-Overlays mit einem Call to action. Hier kannst Du Einblendungen für deine Videos erstellen, die erscheinen, sobald die Wiedergabe des Videos beginnt. Nutzer, die auf die Einblendung klicken, werden zu deiner externen Website oder einer anderen von dir ausgewählten Websites weitergeleitet. Alternativ kannst Du Infokarten für externe URLs erstellen. Infokarten sind interaktive Elemente, die du in deine Videos einfügen kannst. Je nach Kartentyp können sie benutzerdefinierte Bilder, Titel und Calls-to-Action enthalten. Außerdem kannst du die Infokarte so einrichten, dass der Zuschauer zu einer bestimmten URL weitergeleitet wird. Erstaunlicherweise werden diese Funktionen von deutschen NPO sehr wenig genutzt.
  10. Transkript: Lade eine Abschrift des Videos hoch. Transkripte geben YouTube den Hinweis, welche Keywords in Deinem Video enthalten sind und erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass Dein Publikum Dich über die YouTube-Suche findet. Das Transkript ist zudem wichtig für Gehörlose. Auf Basis des Transkripts kann Youtube zudem korrekte Untertitel erstellen. Eventuell lädst Du auch eine englische Übersetzung hoch. Dann wird dein Video in den deutschen und den englischen YouTube-Suchanfragen angezeigt.
  11. Poste das Video auf allen Kanälen: Poste den Youtube-Link direkt nach dem Hochladen auf allen von Deiner Organisation genutzten Kanälen. Poste es auf Facebook, Twitter, Instagram & Co. Und das nicht nur einmal, sondern oft. Denn die meisten Nutzer klicken nicht gleich auf jeden Link, sie verpassen auch einmal einen Post Deiner Organisation oder bekommen ihn in ihrem Newsfeed nicht angezeigt.  Am besten überlegst Du Dir immer mal eine neue Überschrift für Deinen Post oder lädst ein neues Bild dazu hoch. Natürlich kannst Du auch Videos, die schon älter, aber immer noch aktuell sind, erneut posten.
  12. Prominent auf der Webseite platzieren: Sorge dafür, dass das jeweils aktuellste Videos optimal auf der Webseite eingebettet ist. Idealerweise auf der Startseite.
  13. Wiedererkennungswert: Sorge dafür, dass die Videos Deiner Organisation einen hohen Wiedererkennungswert haben. Nutze die gleiche Machart, Erzählweise und Bildsprache, die gleichen grafischen Elemente wie Schriften und Logos. Erfahrungsgemäß dauert es etwas, bis sich Videos als Kommunikationstool für eine Organisation etabliert haben. Auch wenn die Menschen im Internet immer auf der Suche nach etwas Neuem sind, klicken sie dennoch gerne auch auf vertrautes.
  14. Geduld: Hab Geduld. Erwarte nicht, dass Dein erstes Video gleich ein Youtube-Hit wird. Eine Zuschauerschaft baut sich erst langsam auf.

Videos werden produziert, damit sie gesehen werden. So sorgfältig und professionell wie sie produziert werden, sollten sie auch verbreitet werden.

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