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Social Media Video – Wie funktioniert das?

Filme für das Internet

Die meisten Videos, die wir bei Sympathiefilm produzieren, landen im Internet. Die meisten werden sogar gezielt dafür produziert. Manchmal in verschiedenen Varianten für verschiedene Plattformen. Ein Video für alle Kanäle ist leider in den seltensten Fällen optimal. Meistens ist aber überhaupt ein Video besser als kein Video. 

Video ist in sozialen Medien Trumpf. Dazu gibt es beeindruckende Zahlen. In Blogger-Kreisen werden die unterschiedlichsten Studien zitiert. Manche kommen bei Videoinhalten auf 270% mehr Clicks als gewöhnliche Text- oder Bild-Postings, andere auf 174%, die nächsten auf 198%. Es erscheint müßig, den verschiedenen Studien nachzujagen und immer noch beeindruckendere Belege für die Macht von Video zu finden. Es reicht festzustellen: Video-Content ist erfolgreich. Oder von der anderen Seite aus betrachtet:  Alles was nicht bewegt ist, wird kaum noch beachtet. Aber: Einfach wahllos irgendwelche Videos posten, garantiert natürlich auch noch lange nicht den Erfolg. Selbst hochwertiger Inhalt ist kein Erfolgsgarant. Sonst würde es nicht immer wieder, teils sehr schöne Videos geben, die auf Facebook oder Youtube auch nach Monaten nur kümmerliche zweistellige Views anzeigen. Wer Videos postet, muss wissen wo, für wen und wie das Einstellen richtig funktioniert.

Die Plattformen

Wir alle meinen, Facebook, Youtube, Twitter, oder Pinterest zu kennen. Doch das tun wir als User mit unserem subjektiven Blick nicht wirklich. Denn wir befinden uns dort in der berühmt- berüchtigten Bubble oder Filterblase. Trotzdem hilft es, sofern man überhaupt selbst Nutzer dieser Plattformen ist, das eigene Verhalten, bzw. den eigenen Anspruch an den jeweiligen Dienst genauer zu betrachten.

Facebook

Wer auf Facebook geht, sucht meist eher leichte Unterhaltung. Ein bisschen Klatsch und Tratsch aus dem Freundes- und Bekanntenkreis. Auch bei professionellen Profilen funktioniert der leichte Input viel besser als anspruchsvolle Inhalte. Facebook ist ein einfacher Zeitvertreib, insbesondere für ältere Zielgruppen. Wer ein älteres, weibliches Publikum erreichen möchte, und damit die spendenfreudigste Zielgruppe, ist bei Facebook genau richtig. Für das Fundraising ist dieser Kanal also ideal. Manche nennen es schon „Das goldene Blatt“ des Internets. Dort funktionieren kurze Videos, die einem schnell die Tränen in die Augen treiben. Oder Videos mit einem gewissen Nachrichtenwert. Die technische Qualität ist weniger entscheidend. Lustige Amateurvideos haben meist sehr gute Views und werden ungeachtet einer schlechten Machart oft und gerne geteilt. Videos werden auf Facebook häufig stumm geschaut. Deshalb empfehlen sich möglichst große Untertitel oder dicke Schrifteinblendungen.

Instagram

Bei der Facebook-Tochter Instagram zählt eigentlich nur das Bild. Eindrucksvoll und aussagekräftig soll es sein. Die Qualität des Videos ist wichtig. Instagram eignet sich gut für das Branding und zum Promoten von #-Kampagnen. Wackelige Amateurvideos haben hier kaum eine Chance. Auf Instagram darf ein Video nicht länger als 60 Sekunden sein. Lange Untertitel und dicke Texteinblendungen sind hier ein Fehler, denn Instagram ist eine visuelle Plattform, auf der Menschen Bilder und Videos teilen.

Pinterest

Auf Pinterest tummeln sich vor allem jüngere User mit ihren Mobilgeräten auf der Suche nach Inspiration. Information, politische Botschaften oder soziale Anliegen sind bei Pinterest fehl am Platz. Hier geht es vor allem um Lifestyle. Pinterest funktioniert wie eine Foto-, Link- und Videopinnwand.

Youtube

Bei Youtube dagegen funktioniert gewissermaßen alles. Genauso wie bei Google, gibt es nicht DEN typischen Nutzer. Youtube erreicht (fast) alle Zielgruppen. Youtubes Hauptfunktion ist heute die der Suchmaschine zur Informationsbeschaffung. Der User sucht hier Information, Unterhaltung, Service. Natürlich gibt es auch noch den von Usern erstellten lustigen Content. Dieser steht aber schon lange nicht mehr im Vordergrund. Die unterschiedlichen Erwartungen und Ansprüche der Nutzer haben auch entscheidende Auswirkungen darauf, welche Formate dort am besten funktionieren. Wir meinen: Theoretisch alle. Allerdings muss man Youtube dafür richtig benutzen. Als User wie als Anbieter von Content. Auch unsere Kunden stellen Videos übrigens immer wieder ohne richtigen Titel, Beschreibung und tags ein.

Formate

Das Social Media Mantra ist: je kürzer, desto besser. Das Argument ist immer, dass unsere durchschnittliche Aufmerksamkeitsspanne immer kürzer wird und wir immer mehr Anreize benötigen, um uns ein Video mit einer Länge von mehr als einer Minute Länge anzuschauen. Das stimmt sicher. Aber: Wenn ich den Verdacht auf eine schwere Erkrankung habe, dann suche ich vermutlich nicht das 10 Sekunden Video, sondern suche eher eine seriöse und umfängliche Information. Ein längeres Erklärvideo, das einen als Experten positioniert kann dann das Richtige sein. Das heißt: Für die Wahl des Formates ist entscheidend, was für mich das Erfolgskriterium ist. Möchte ich vor möglichst viele Clicks erzielen (Awareness) oder kleine Zielgruppen erreichen und ggf. zu einer Handlung bewegen?

Ohne Frage muss jedoch auch ein längeres Video den Betrachter in den ersten 5- 30 Sekunden in den Bann ziehen. Hat der Betrachter den Eindruck, nicht die gewünschten Informationen zu bekommen, oder nicht in der gewünschten Qualität zu bekommen, steigt er aus.

Storytelling

Es sind Geschichten, die uns in der Regel packen. Geschichten von Menschen, die etwas schaffen, mit denen wir uns identifizieren können, mit denen wir leiden oder uns freuen. Geschichten haben einen Anfang, einen Konflikt, ein Ende.  Die Kunst des Storytellings ist simpel und doch machtvoll. Sie setzt Emotionen frei.

Virales Video

Ohne Emotion kein virales Video. Auch das niedliche Katzenvideo wird geteilt, weil wir die Katze so niedlich finden. Das ist ein Gefühl.

Lautloses Video

Als Filmemacher, die auch den Ton lieben, mögen wir es gar nicht: Aber Videos werden in sozialen Medien vor allem über das Smartphone geschaut. Oft unterwegs und In der Öffentlichkeit. Videos, die ohne Ton nicht verständlich sind, werden weiter gescrollt. Deshalb sind – bei Youtube optionale – Untertitel oder – bei Facebook – sogar fette Schrifteinblendungen letztlich ein Muss.